Thorofon erhält auch 2009 den “ECHO Klassik”

Unser Label THOROFON wird mit dem ECHO Klassik 2009 ausgezeichnet in der Kategorie “Editorische Leistung des Jahres” für die 10-CD -Box “Harald Genzmer Zum 100. Geburtstag”

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Unsere aktuellen Neuerscheinungen

THOROFON
CTH 2553


THOROFON
CTH 2556

Harald Genzmer: Orchesterwerke III
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Dirigent: Werner Andeas Albert

Es gibt zwei Komponisten auf diesem Erdball, die ein so beachtliches, ja fast biblisches Alter erreicht haben und in ihren jeweiligen Ländern Positionen errangen, die ihnen über Jahrzehnte hinweg erlaubten, nachfolgende Komponistengenerationen zu prägen. Die Rede ist von dem Amerikaner Elliott Carter und Harald Genzmer. Beide sind Integrationsfiguren der Musikgeschichte, beide haben in ihrem langen Leben Persönlichkeiten kennengelernt, die heute Geschichte sind und dem Betrachter der Gegenwart längst in weite Ferne gerückt sind. Carter hat Charles Ives gekannt, Genzmer hingegen war nicht nur ein Schüler von Paul Hindemith, sondern erlebte vor dem Zweiten Weltkrieg Komponisten wie Hans Pfitzner und Richard Strauss ganz hautnah. Gerne erzählte Genzmer lebendig von diesen Begegnungen, von dem schwierigen Charakter Pfitzners, dessen Oper „Das Christelflein“ er plötzlich und ohne jede Vorbereitungszeit als Breslauer Kapellmeister einzustudieren hatte, oder vom weltmännisch-noblen Auftreten des Klangmagiers Strauss. Er selbst war auch bedroht vom Nationalsozialismus, der sich wie ein Krebsgeschwür in den Kulturhäusern selbst der Provinz ausbreitete und dem mit aller Vorsicht zu begegnen war. Genzmer berichtet, wie genau er sich jeden Schritt seiner Handlungen überlegen musste, um im Verborgenen weiterwirken zu können. 1946 ging er als Lehrer für Komposition nach Freiburg an die neu gegründete Musikhochschule. Von 1957 bis 1974 lehrte er an der Hochschule für Musik in München Komposition. Die Münchner Musikhochschule realisiert immer wieder Aufführungen seiner Werke, nicht nur an den großen Jahrestagen des in München lebenden ehemaligen Professors, sondern kontinuierlich. Unter den zahlreichen Auszeichnungen für Genzmers Werk ist besonders der Maximilianorden zu nennen, der dem 83jährigen 1991 verliehen wurde. Genzmer schrieb Orchester-, Kammermusik und Chorwerke. Es gibt kaum ein Instrument, für das er nicht komponiert hat. Gern experimentierte er mit ausgefallenen Besetzungen. Sein berühmtes Konzert für Trautonium war ein Meilenstein in der Musikgeschichte Deutschlands in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern besteht seit Herbst 2007. Sie ist hervorgegangen aus der Zusammenfügung zweier traditionsreicher Orchester, des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken (SR) und des Rundfunkorchesters Kaiserslautern (SWR). Sitz des Orchesters ist Saarbrücken und Kaiserslautern. Mit derzeit 111 Musikern ist es eines der großen Orchester der ARD.
Die Karriere von Werner Andreas Albert, der bei Herbert von Karajan und Hans Rosbaud studiert hat, begann in den sechziger Jahren. Mit den Bamberger Symphonikern arbeitete er ebenso gern und oft zusammen wie mit den Münchner Philharmonikern, den Rundfunksinfonieorchestern des Bayerischen, Hessischen, Nord- und Westdeutschen sowie des Südwest-Rundfunks. Außerdem feierte er Erfolge als Chefdirigent australischer Spitzenorchester in Sydney, Melbourne und Brisbane. Unter anderem Werke jenseits des gängigen Repertoires, vornehmlich romantischer Musik und der Moderne, stehen im Mittelpunkt seines Interesses. So hat er die Aufnahme aller Orchesterwerke und Instrumentalkonzerte von Paul Hindemith abgeschlossen. Als Gesamteinspielungen präsentierte er aber auch die Orchesterwerke von Hans Pfitzner, Erich Wolfgang Korngold, Robert Volkmann, Hermann Goetz und Benjamin Frankel. Außerdem sind sechzehn CDs mit Werken von Siegfried Wagner unter seiner Leitung herausgekommen. Weitere Produktionen mit Musik von Joachim Raff, Richard Wetz und Othmar Schoeck sowie die Gesamtaufnahme der Werke Ernst Peppings sind inzwischen abgeschlossen.


THOROFON
CTH 2554

Robert Schumann: Streichquartette op. 41
Philharmonia Quartett Berlin

„Ich kann über die Quartette nichts sagen, als daß sie mich entzücken bis in’s Kleinste. Da ist alles neu, dabei klar, fein durchgearbeitet und immer quartettmäßig.“ schrieb dann auch Clara an ihrem Geburtstag (13.9.1842) in das Tagebuch. Am Morgen hatten die neuen Werke auf ihrem Geburtstagstisch gelegen, abends wurden sie aufgeführt. Schumann hat die Quartette in unglaublich kurzer Zeit komponiert, in zwei Sommermonaten. Diese verblüffende Schnelligkeit hatte freilich eine lange Vorgeschichte; schon seit 1838 meinte Schumann, ihm werde „das Klavier zu eng“, doch die ersten Gattungen, die nach der Klaviermusik neu erschlossen wurden, waren im Jahr der Hochzeit (1840) das Lied mit einer Fülle an Kompositionen und danach die Musik für die große Öffentlichkeit, die Sinfonie.
Philharmonia Quartett Berlin
Ob in Berlin, London oder Paris, den Vereinigten Staaten, Japan oder Südamerika, ob auf dem Konzertpodium oder im Tonstudio: das Philharmonia Quartett Berlin hat sich in den Jahren seines Bestehens als ein Maßstäbe setzendes, in aller Welt hochangesehenes und gefragtes Kammermusik-Ensemble etablieren können. So bezeichnete der Chicago Tribune das Philharmonia Quartett als „top-flight ensemble“ und der Boston Globe bescheinigte den vier Musikern „celestial playing and a heartmelting sound“. Bereits zwei ihrer CD’s gewannen den Deutschen Schallplattenpreis (Reger und Schostakowitsch) und wurden von der Süddeutschen Zeitung als „herausragend“ bewertet. Für die Einspielung von Beethovens Streichquartett op. 130 sowie der großen Fuge op. 133 wurde dem Philharmonia Quartett der ECHO – Deutscher Schallplattenpreis 2000 verliehen. Das vielseitige und entdeckungsfreudige Repertoire des Ensembles umfaßt inzwischen mehr als hundert Werke. Es lebt zum einen von der unerschöpflichen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Klassikern – auch jenen des 20. Jahrhunderts – zum anderen aber vom Engagement für seltener zu hörende Streichquartette, etwa von Hindemith (Nr. 4), Reger (op. 74), Schulhoff (Nr. 1) oder Szymanowski (Nr. 2): Interpretationen, die allesamt auch auf CD dokumentiert sind. In jüngster Zeit hat das Ensemble, seiner programmatischen Linie folgend, die Schostakowitsch-Quartette Nr. 3, 7 und 12, Beethovens op. 130 mit der Großen Fuge sowie von Britten das zweite und dritte Streichquartett eingespielt.


BELLA MUSICA
BM 31.2422

Klavierwerke von Frédéric Chopin
Peter Schmalfuss, Klavier

Frédéric Chopins Art zu komponieren beschreibt George Sand, seine langjährige Lebensgefährtin, mit folgenden Worten: „Sein Schaffen war spontan, Staunen erregend. Er fand Gedanken, ohne sie zu suchen oder vorherzusehen. Am Klavier kam ihm plötzlich der Einfall, ganz sublim, oder während eines Spaziergangs sang es ihn ihm, und er hatte Eile, sich auf dem Klavier seine Gedanken vorzuspielen. Dann aber begann die peinlichste Arbeit, die ich jemals gesehen habe. (…) Er arbeitete sechs Wochen an einer Seite, um sie schließlich so niederzuschreiben, wie er sie im ersten Entwurf skizziert hatte“.
Peter Schmalfuss, „der Pianist der älteren Generation“, wie er sich selbst in den letzten Jahren seines Lebens gern nannte, hat während seiner über 45 Jahre währenden internationalen Konzertkarriere viele Freunde seiner Klavier-Kunst gefunden. Er hatte sich, vor allem auch als Chopin-Interpret, einen Namen gemacht. Er beherrschte ein breites Repertoire, das von Bach über Mozart, Beethoven (sämtliche Klavierkonzerte), Schumann, Chopin, Liszt, Smetana, Tschaikowsky, Szymanowski, Saint-Saens, bis zu Debussy und Ravel reichte. Peter Schmalfuss starb am 23. Oktober 2008 im Alter von 71 Jahren. Sein Repertoire ist auf vielen Einspielungen dokumentiert und wird vielen Klassikliebhabern in dankbarer Erinnerung bleiben.


BELLA MUSICA
BM 31.1023

Bigband Brass & Fun: “Frisch Tapeziert”

Für Bühl und Umgebung ist die seit 1993 bestehende Bigband längst zu einer lebendigen Institution geworden. Gleich einer Galerie ist sie Anziehungspunkt für junge Ausnahmekünstler und ambitionierte Altmeister. Die Arbeit an einem CD-Projekt geht mit der Aufgabe einher, die Mitglieder der Band und ihre Gäste als klingende Kunstobjekte in einen neuen Klangraum zu installieren. Erste Ideen skizzierte Brass & Fun unter Leitung von Bernd Kölmel bereits 2006, doch sorgten viele Umbesetzungen für einen regelrechten „Tapetenwechsel“. Beginn der Aufzeichnungen unter Aufnahmeleiter Gunnar Sommer war daher erst im Juli 2008. Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Klangraumkonzepts ist einerseits die kontinuierliche Arbeit an der Nachwuchsförderung. Hier zeigt sich die enge Verzahnung mit der Städt. Schule für Musik und Darstellende Kunst Bühl als Glücksfall. Andererseits sorgen Begegnungen mit internationalen Künstlern und die vielfältige Zusammenarbeit mit langjährigen Weggefährten der Bigband für spannende Konturen. Als prägend erweist sich insbesondere der Einfluss von Peter Herbolzheimer. Seit 1997 begleitet er bei Workshops Brass & Fun und neben zahlreichen Arrangements verdanken ihm die Musiker vor allem auch seine Pionierarbeit als gespürvoller Kontaktvermittler. Viele internationale Stars, wie z. B. Bruno Castellucci, Ack van Rooyen, Jörg Reiter oder Peter Weniger, die seinem Ruf nach Bühl folgten, mischten sich stets harmonisch in die Farbpalette der Band. Auch die Special Guests dieses CD-Projekts, Andy Haderer und Frank Chastenier, standen bereits zusammen mit Peter Herbolzheimers Bigband „Rhythm Combination & Brass“ auf der Bühne.


ANTES EDITION
BM 31.9259

Sudden Fire
Kompositionen von Otto Freudenthal

Detlef Tewes, Mandoline
Otto Freudenthal, Piano
Musici di Praha, Ltg. Jaroslav Wodnansky

Otto Freudenthals kompositorisches Schaffen ist vielgestaltig und mit einfachen Charakterisierungen nicht zu fassen – nicht zuletzt spiegelt es auch die vielseitigen Begabungen seines Autors als ausübender Musiker wider. Geboren wurde Freudenthal 1934 als Sohn eines Bratschers und einer Pianistin; seine Laufbahn begann er als Pianist und Pädagoge bevor er an das Dirigentenpult wechselte und in dessen abschließender Karrierephase Otto Klemperers Assistent wurde, wie man so sagt seine „rechte Hand“. Die über die Jahre 1961 bis 1973 enge Zusammenarbeit mit Klemperer, der seinerseits ebenfalls komponierte und von Gustav Mahler und Arnold Schönberg beeinflusst war, wurde prägend für Freudenthal. Als sie zu Ende ging, nahm er seine pädagogische Arbeit wieder auf, zugleich begann aber auch sein Komponieren bleibende Früchte zu tragen.
Detlef Tewes steht bei den weltweit führenden Dirigenten und Orchestern als Synonym für den universellen Mandolinenvirtuosen. 1989 schloss er an der Musikhochschule Köln Institut Wuppertal seine Studien mit dem Konzertexamen ab, bereits zuvor war er 1979 1. Bundespreisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert und Kulturpreisträger der Stadt Essen sowie 1983 Preisträger der 28. Bundesauswahl junger Künstler „Podium junger Solisten“. Neben seiner solistischen Tätigkeit, die in zahlreichen Rundfunk-, Fernseh- und CDProduktionen dokumentiert ist, arbeitet Detlef Tewes regelmäßig mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Pierre Boulez, Friedrich Cerha, Michael Gielen, Peter Eötvös, James Levine, Lorin Maazel, Simon Rattle, Giuseppe Sinopoli und Simone Young in zahlreichen Spitzenorchestern zusammen.


THOROFON
CTH 2557

Flötenmusik von Joseph Haydn

Elisabeth Weinzierl, Edmund Wächter, Angela Lex, Flöte
Tilmann Stiehler, Violoncello

Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter
Seit über drei Jahrzehnten konzertieren die Münchner Flötisten Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter in vielen Ländern Europas und den USA. Neben Solo- und Kammermusikwerken für eine Flöte präsentieren sie als Spezialität Kompositionen für zwei Flöten mit und ohne Begleitung. Ergänzend zu den berühmten Werken von der Barockzeit bis zur Gegenwart prägen Werke, die Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter gewidmet sind, sowie wiederentdeckte Flötenliteratur das vielseitige Repertoire des MÜNCHNER FLÖTENDUOS. Dies dokumentieren zahlreiche Einspielungen für verschiedene Rundfunkanstalten und CDs.
Angela Lex
Angela Lex begann ihre musikalische Laufbahn bereits als Jugendliche als 1. Preisträgerin beim Kulturwettbewerb der Stadt Fürstenfeldbruck. Später studierte sie am Richard-Strauss-Konservatorium in München Querflöte bei Elisabeth Weinzierl und Blockflöte bei Dietlinde Hirsch. Sie ist tätig als Flötenpädagogin und Lehrerin für Dispokinesis, einer speziellen Körperarbeit für Musiker.
Tilmann Stiehler
Tilmann Stiehler studierte Violoncello bei Prof. Helmar Stiehler in München und während des künstlerischen Aufbaustudiums bei Prof. Rudolf Gleissner in Stuttgart. Die Zusammenarbeit und Begegnung mit namhaften Musikern wie Sergiu Celibidache, Martin Ostertag, Christoph Poppen, Franz Beyer und Eberhard Feltz prägten seinen Werdegang. Zu seinem Schaffensbereich gehören die Tätigkeit als Cellist des Auboréquartetts, sowie Kammerkonzerte in verschiedenen Besetzungen.


BELLA MUSICA
BM 31.2424


BELLA MUSICA
BM 31.2425

Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840 – 1893): Symphonie Nr. 5 e-moll, op. 64
Johannes Brahms (1833 – 1897): Serenade Nr. 2 A-Dur, op. 16

Berliner Symphonisches Orchester, Dirigent: Carl A. Bünte

Die 5. Symphonie von Tschaikowsky gehört zu seinen populärsten Werken. Der Komponist dirigierte die Uraufführung in St. Petersburg am 5. November 1888. Merkwürdigerweise hat er sein Werk später sehr kritisch gesehen, Selbstvorwürfe machte er sich, auch in formaler Hinsicht. Dabei hat er die klassischen Formen, wie sie von Mozart, Haydn, Beethoven überkommen waren, in dieser Symphonie überaus korrekt eingehalten. Zusätzlich gibt es ein Leitthema, das in seiner phantasievollen und oft überraschenden Verwendung wie eine Selbstdarstellung seiner Lebensprobleme erscheint.
Brahms zögerte lange, bis er sich die Komposition einer Symphonie zutraute. Zwischen der Opuszahl 16 für seine 2. Serenade und der Zahl 68 für die 1. Symphonie liegen lange Jahre, der Schatten des übermächtigen Beethoven lag lange auf ihm. Mit der 1. und der 2. Serenade liegen trotzdem Meisterwerke vor, die ihn bereits als Erben Beethovens auszeichnen. Die 2. Serenade hat eine instrumentale Besonderheit, sie verzichtet auf Violinen (und Trompeten und Pauken). Diesen scheinbaren „Mangel“ vergisst man schon nach wenigen Takten. Der Klang der tiefen Bratschen und Celli, in dieser Zeit auch besonders geschätzt von Bruckner und Wagner, zeigt Brahms bereits als großen instrumentalen und kompositorischen Meister genau wie viel später im 1. Satz des Deutschen Requiems, der auch auf Violinen verzichtet.

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827): Symphonie Nr. 6 F-Dur „Pastorale“ op. 68
Richard Strauss (1864 – 1949): „Don Juan“ Tondichtung für großes Orchester op. 20

Die beiden so gegensätzlichen Symphonien Nr. 5 und 6 entstanden zu gleicher Zeit und wurden am 22. Dezember 1808 in Wien uraufgeführt. Die Sechste komponierte Beethoven im Frühjahr 1808 in Heiligenstadt bei Wien. Der Komponist setzt erstmalig programmatische Überschriften über die Sätze, die er allerdings als „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ verstanden haben will.
Dies Tondichtung “Don Juan” schrieb Strauss mit 24 Jahren in den Jahren 1887/88. Sie gehört zu den meistgespielten Werken des Komponisten. Man hat ihm hier „Programm- Musik“ vorgeworfen. Strauss lehnte diese Bezeichnung ab: „Wissen Sie, was Programm-Musik ist? Ich nicht! Es gibt nur gute und schlechte Musik!“ Trotzdem bekannte sich Strauss zur Anregung durch poetische Ideen und Personen (Don Juan und Till Eulenspiegel’s lustige Streiche). Im „Don Juan“ findet der Komponist bereits seinen eigenen persönlichen Stil. Die Themen sind schwungvoll und der Orchesterklang ist ungemein farbig.

Der Dirigent
Carl A. Bünte wurde 1925 in Berlin geboren und war Schüler von Sergiu Celibidache. Schon mit 24 Jahren wurde er Chefdirigent und leitete 24 Jahre lang das Berliner Symphonische Orchester. Im Laufe seiner internationalen Tätigkeit hat er mit 25 europäischen, 13 japanischen und drei südamerikanischen Orchestern zusammen gearbeitet. Er ist Ehrenprofessor für Dirigieren an der National University in Tokio und Honorarprofessor an der Universität der Künste in Berlin. C. A. Bünte erhielt den Musikpreis des Deutschen Kritikerpreises 1961/62 für seine Aufführungen der Werke Beethovens und Bruckners sowie für seine Arbeit mit dem Berliner Symphonischen Orchester.
Das Orchester
Das Berliner Symphonische Orchester bestand von 1949 bis 1967 und war eines der drei großen Orchester in Berlin-West neben den Philharmonikern und dem Radio- Sinfonieorchester. Es gab ca. 60 Konzerte in Berlin und außerhalb. Die Konzerte erfreuten sich großer Anerkennung bei Publikum und Presse. Im Frühjahr wurde ständig ein Beethoven-Zyklus durchgeführt. Das Orchester wurde 1967 in Symphonisches Orchester Berlin umbenannt.


ANTES EDITION
BM 31.9249

VERGESSENE WEISEN
Russische Klaviermusik im Aufbruch zum 20. Jahrhundert

Anna Zassimova, Klavier

Das Programm der vorliegenden CD kreist um zwei historische Zentren. Der frühere Abschnitt, repräsentiert durch Catoires op. 12 und die Skrjabin-Piècen, steht für die Musik der vorletzten Jahrhundertwende. Es ist dies die Spätzeit des russischen Zarenregimes, vor den gravierenden Umwälzungen der Revolutionen und Kriege, die das Land in den Jahren 1905, 1914 und dann vor allem ab 1917 heimsuchten. Der zweite Schwerpunkt umfasst Musik der Jahre 1919 bis 1926, entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, dem Sturz des Zarenregimes und der Oktoberrevolution. Lässt allein der Abstand zweier Jahrzehnte eine stilistische Weiterentwicklung erwarten, so spricht der radikale gesellschaftspolitische, wirtschaftliche und kulturelle Umbruch zwischen 1905 und 1920 für eine klar erkennbare Zweiteilung des Repertoires. Anna Zassimovas Werkauswahl zeigt indessen ein anderes Gesicht. Obwohl die späten Catoire-Stücke und Roslawez-Préludes hörbar anders klingen als die Kompositionen aus der Zeit vor 1900, bilden die hier versammelten Klavierwerke dennoch eine verträgliche Gruppe. Vom Nachzittern des Revolutionsgetümmels, den Nöten und Ängsten der Kulturschaffenden auch, ist kaum etwas zu spüren. Geschärfte Akzente und herbere Melodik hier, experimentierfreudige Klangfortschreitungen dort – aber kein
ästhetischer Paradigmenwechsel. So beruht der Farbenreichtum dieser Zusammenstellung eher auf den Vortragsqualitäten der Pianistin und der Aufeinanderfolge variabler Stücke als auf der Zugehörigkeit zu verschiedenen Ausschnitten der Musik- und Kulturgeschichte.
Anna Zassimova
„Sie hat Mozarts Klavierkonzert Es-Dur „Jeunehomme“ so brillant, mit solcher Souveränität gespielt, dass ich auf eine Pianistin mit grossen Zukunftschancen aufmerksam geworden bin“, schrieb Peter Eötvös über die Pianistin Anna Zassimova nach ihrem Abschlusskonzert mit dem Stuttgarter Kammerorchester an der Karlsruher Musikhochschule. Die vorliegende CD zeigt auch das faszinierende und weite Spektrum der jungen Künstlerin. Die gebürtige Moskauerin genoss ihre pianistische Jugendausbildung an der Gnessin Spezialmusikschule, in die siebereits mit 5 Jahren eintrat. Nach ihrem ersten Klavierabend, den die erst Vierzehnjährige im Saal der Gnessin-Akademie gab, erspielte sie sich die Ehrenurkunde beim 1. Frédéric-Chopin-Wettbewerb für junge Pianisten in Moskau. Bereits im 2. Jahr ihres Studiums an der Gnessin-Akademie bei Prof. Vladimir Tropp, einem der profiliertesten Musiker und Klavierpädagogen Russlands, wurde sie von der Gesellschaft der russischen Hochschulen als „Beste Studentin des akademischen Jahres 1995/96“ ausgezeichnet. Ihr Musikstudium sowie ein gleichzeitiges Studium an der Akademie für Malerei, Bildhauerei und Baukunst in Moskau absolvierte die mehrfache Preisträgerin des Stipendiums vom Präsidium
der Stadt Moskau mit Auszeichnung.


ANTES EDITION
BM 31.9256

Werke für Saxophon und Klavier

Marco Falaschi, Saxophon
Marco Podestà - Piano

Erst seit Kurzem erfährt die Originalliteratur für Saxophon und Klavier einen wahren Aufschwung, ausgelöst von dem lebhaften Interesse einer neuen Generation von Komponisten an dieser ungewohnten Klangverbindung. Diese CD ist ein Beispiel für die erstaunliche Vielfalt von Ausdrucksweisen, welche die faszinierende Klangwelt von Saxophon und Klavier charakterisiert. Die Instrumente verschmelzen in einer einzigen Einheit, verbinden die Klangfarben mit großer Geschmeidigkeit und zeigen eine unglaubliche Bandbreite von Dynamik. Die Komponisten werden geradezu herausgefordert, sich auf abenteuerliche, noch nie begangene Pfade zu wagen und atypische und unerforschte Wege zu entdecken. Genau aus diesem Grund sind sie stark motiviert, neuartige und beeindruckende Werke zu komponieren. Das Resultat ist überraschend und in seiner Form von äußerster Vielfalt. Einige der fünf Werke auf dieser CD wurden speziell für die beiden Interpreten geschrieben und sind ihnen gewidmet. Die Komponisten Fortmann, Calligaris, Vella und Iturralde gehören zu den interessantesten zeitgenössischen Autoren. Sie stammen aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen und aus verschiedenen Ländern (Schweiz, Argentinien, Malta, Spanien und Italien). Sie sind Anhänger ungleicher Systeme und verwenden Musiksprachen, die manchmal weit voneinander entfernt liegen. Dank dieser Differenziertheit der Stilrichtungen, der Formen, der poetischen Ausdrucksweisen geben sie, obwohl grundverschieden, dieser Einspielung einen gemeinsamen Nenner: eine gut strukturierte Auswahl, kompakt, homogen und repräsentativ für die neuen Tendenzen, die sich bei zeitgenössischen Komponisten für Saxophon und Klavier abzeichnen. Diese Einspielungen zeugen von dem bemerkenswerten kulturellen Einsatz, den Blick auf diese beiden Instrumente zu erweitern und zu bereichern. Die Aufmerksamkeit der zeitgenössischen Musikliebhaber für das Duo Falaschi /Podestà bestätigt, dass diese Formation fähig ist, neue und vielseitige Ausdrucksformen zu finden und den Eklektizismus aufzuspüren, der diesen Instrumenten innewohnt.
Marco Falaschi
Mit der Auszeichnung „Summa cum laude“ erhält Marco Falaschi 1985 das Diplom für Klarinette am Konservatorium von Florenz und 1987 das Diplom für Saxophon am Konservatorium von Perugia. Er gewinnt, neben vielen nationalen und internationalen
Preisen als Solist und im Quartett, das Auswahlverfahren für das Orchester der Scala in Mailand und dem RAI Orchester in Neapel. Als Solist spielt er an der Accademia Chigiana von Siena, in den Symphonieorchestern von Sofia, Teatro del Giglio und dem Kammerorchester ‘Boccherini’ aus Lucca. 1992 wird er zum Dozenten am Konservatorium von Mantua nominiert und folgt 1999 der Berufung ans Konservatorium von La Spezia.
Marco Podestà
Marco Podestà, diplomiert mit Bestnoten in Klavier, Choralmusik und als Chordirigent
an den Konservatorien Genua und Parma. Er schließt die Spezialausbildung zum Solisten am Konservatorium in Florenz mit der höchstmöglichen Punktezahl (massimo
dei voti) ab. Er ist Gewinner vieler nationaler und internationaler Wettbewerbe, gab Hunderte von Konzerten sowohl als Solist, mit Kammerorchestern und Symphonieorchestern in Deutschland, Frankreich, Russland, Ungarn, Ukraine, Venezuela, Malta und Tunesien. Marco Podestà spielt regelmäßig als Solist mit namhaften Orchestern, unter anderem mit den Sankt Petersburger Philharmonikern, mit dem Radiosymphonieorchester Kiew, der Staatlichen Philharmonie Minsk.


ANTES EDITION
BM 31.9260

Maurice Ravel – Gesänge von Nacht, Tod und Verfall
Gaspard de la nuit, Le tombeau de Couperin, La Valse

Rinko Hama, Klavier

Maurice Ravel (1875–1937) ist heute neben Claude Debussy einer der bekanntesten französischen Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, zahlreiche seiner Kompositionen sind in das Standardrepertoire eingegangen. Obschon wegen seiner Komplexität nicht immer gleich unmittelbar erfolgreich, traf Ravel mit seinem raffinierten, gleichzeitig tiefgründigen und durchaus auch kontrapunktisch geprägten Kompositionsstil einen Nerv seiner Zeit, einer Zeit der großstädtischen Eleganz, des Art Nouveau, der „impressionistischen“ Malerei.
Die in Tokyo geborene Pianistin Rinko Hama studierte zunächst an der renommierten Staatlichen Universität der Künste Tokyo. Sie setzte ihr Studium an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Prof. Sontraud Speidel fort und schloss ihr Konzertexamen bei Prof. Anatol Ugorski an der Staatlichen Hochschule für Musik Detmold mit Auszeichnung ab. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben begleiten den Werdegang der jungen Pianistin, u.a. beim Internationalen Klavierwettbewerb in Epinal/ Frankreich und beim Internationalen Klavierwettbewerb in Porto/Portugal. Mit dem Cellisten Grigory Alumyan erhielt sie 2002 den 1. Preis beim Internationalen Schwedischen Duo-Wettbewerb in Katrineholm/Schweden. Das japanischen Kulturministerium, der Kulturfonds Baden und die Chopin-Gesellschaft Hannover würdigten sie mit Ehrenstipendien.


BELLA MUSICA
BM 31.2427

Ludwig van Beethoven
Variationen in F-Dur op. 34 gewidmet der Fürstin Odesalchi
Sonate op. 28 genannt Pastorale gewidmet Joseph Edlen von Sonnenfels
Sonate op. 57 „Appassionata“ gewidmet dem Grafen Franz v. Brunswick

Lotte Jekéli, Klavier
Von einer siebenbürgischen Familie abstammend, hat Lotte Jekéli ihre Kindheit in Eisenach verbracht, wo sie schon in frühester Jugend an dem musikalischen Leben der Bachstadt – sei es als Chorsängerin, sei es als Cembalistin bei den Passionsaufführungen – teilnahm.Sie begann ihr Studium an der Musikhochschule in Weimar, wo sie bereits ihre ersten Konzerte gab – unter anderem begleitete sie Fischer-Dieskau in den ersten Konzerten seiner Karriere. An der Musikhochschule Stuttgart setzte sie ihre Studien bei dem bedeutenden Pädagogen Wladimir Horbowski–Zaranek fort und ging anschließend zu Cortot nach Paris, zu Meisterkursen mit Rudolf Serkin in Bern und Arturo Benedetti Michelangeli in Italien. Sie wurde in die Bundesauswahl des Deutschen Musikrats aufgenommen und ist Professorin an der Musikhochschule Mainz. Lotte Jekéli hat sich mit zahlreichen Konzerten im In- und Ausland einen Namen gemacht. Nach einem ihrer ersten Konzerte in der Wigmore Hall London schrieb der Daily Telegraph eine hervorragende Kritik – (die Sonate op. 111 von Beethoven stand auf dem Programm): „Towering Beethoven“. Seither spielt in den Klavierabendprogrammen von Lotte Jekéli Beethoven immer wieder eine große Rolle – sei es mit ganzen Beethovenabenden oder sei es als ein Programmpunkt innerhalb ihrer zahlreichen Konzerte.


BELLA MUSICA
BM 31.2426

Johann Sebastian Bach: Flötensonaten

Junko Ukigaya, Flöte
Cornelia Osterwald, Cembalo
Thomas Georgi, Cello

Einige seiner schönsten Einfälle hat Johann Sebastian Bach in seinen Flötensonaten zu Papier gebracht. Seine Einfälle? Die Urheberschaft der vorliegenden Bach’schen Mosaikstücke ist seit langem umstritten. Zwar sind fast alle der hier eingespielten Werke in Quellen überliefert, die Bach als Autor nennen. Vielen Ohren erscheint die Musik jedoch als zu modern, mithin als zu frei und einfach, um von ihm stammen zu können. Dem hat man entgegengehalten, dass Bach sich stilistisch durchaus einem Instrument angepasst haben könnte, das in Sachsen und Preußen noch neu war, die Musikwelt des beginnenden 18. Jahrhunderts jedoch im Sturm eroberte. Kein Instrument kam bei Berufs- und Amateurmusikern mehr in Mode als dieses ideale Medium des aktuellen, galanten Stils. Mit ihrem Tonvolumen und ihrer Espressivo-Fähigkeit war die Traversière der Blockflöte eindeutig überlegen.
Junko Ukigaya wurde in Tokyo (Japan) geboren. Während der Schulzeit begann sie ihr Flötenstudium bei Masao Yoshida. Mit 15 gab sie ihr erstes Solokonzert. Nach dem Abitur studierte sie an der Staatlichen Universität für Kunst und Musik Tokyo. Seit 1978 lebt Junko Ukigaya in Deutschland. Ihre weitere Ausbildung erhielt sie von 1978 bis 1983 bei Andreas Blau in Berlin. Dort sammelte sie Orchestererfahrung mit den Berliner Philharmonikern. Seit 1983 konzertiert Junko Ukigaya als Solistin und mit diversen Kammermusik-Ensembles im In- und Ausland. Auch für das japanische Kaiserpaar gab sie Konzerte.
Cornelia Osterwald studierte Klavier und Cembalo an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Im Anschluss absolvierte sie ein Aufbaustudium im Fach Cembalo mit Nebenfach Hammerflügel in Leipzig und Dresden. Beim Internationalen Bachwettbewerb Leipzig erreichte sie 2000 den 4. Platz. Thomas Georgi erhielt am Konservatorium in Cottbus seinen ersten Cellounterricht. 1976 wurde er in die Spezialschule für Musik „Hanns Eisler“ aufgenommen. 1982 bis 1987 setzte er sein Studium an der Hochschule fort. Nach Abschluss wurde er Solocellist des damals noch Philharmonischen Orchesters Frankfurt (Oder). Georgi tritt mit verschiedenen Kammermusikensembles auf. Mit der „Cello Academy“, einer Vereinigung europäischer Cellisten, war er mehrmals auf Tournee.